Liebe Wanderinnen und Wanderer
werde ich bisweilen gefragt: „Welches ist das schöns- te Wandergebiet?“, muss ich die eindeutige Antwort schuldig bleiben. Nicht nur, dass die Vorliebe von Mensch zu Mensch wieder eine andere sein wird
– nein, sogar mir selbst gefällt je nach Stimmung und Umständen wieder eine andere Gegend am besten:
Mal sind es die weiten, unberührten Naturlandschaften der Pyrenäen, dann wieder die endlosen Pferdewei- den auf den Berg-kuppen des Apennins, die atembe- raubenden Felskathedralen über den sonntäglich gepflegten Alpen der Dolomiten, die kristallklare Tiefe des marokkanischen Sternenhimmels oder, oder…
Den jeweils höchsten Punkt aller sieben So-und-so-Inseln zu besteigen, die tiefste Schlucht zu begehen oder am westlichsten Ende Europas zu stehen sind einfach zu kommunizierende Ziele einer Reise; die Zielerfüllung ist simpel bewertbar und bloss abhängig von Wetter, Kondition, Organisation und materiellem Aufwand.
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Aber das schönste Wandergebiet…? Was zuerst anmutet als ultimativer Anspruch der Konsumge- sellschaft, wirft mich bald auf mich selbst zurück.
Denn ich muss mich einlassen auf einen Raum in seiner Gesamtheit von Belebtem und Unbelebtem, Kultur und Natur, Geschichte und Zukunft. Muss mich berühren, mein innerstes Selbst bewegen lassen. Darin und damit leben – wenn auch nur für be- schränkte Zeit, vielleicht aber mit Nachwirkungen…
Das schönste Wandergebiet fordert von mir die Bereitschaft, mich ihm aufzuschliessen. Erst so findet sein Licht in mein Herz, erst so kann das Leuchten mich wärmen und danach noch lange aus mir hinausstrahlen.
Wir wünschen allen Gästen, dass sie aus unserem Programm ihr schönstes Wandergebiet ausgewählt haben und freuen uns, mit vielen kunstfertigen und begabten Lichtträgern die andere ART des Reisens zu leben.
für das -Team
Titus Blöchlinger
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